DERZEIT GESCHLOSSEN
Jungbrunnen, Haus der Jugendorganisationen Saalgasse 11, 65183 Wiesbaden

Ausstellung: DAS GEGENTEIL VON GUT

Antisemitismus in der deutschen Linken seit 1968
Eine Wanderausstellung der Bildungsstätte Anne Frank

Kraken­-Symbolik bei Massenprotesten, Boykottaufrufe gegen Israel und der Streit ums Palituch – die Geschichte der politi­schen Linken in der Bundesrepublik ist immer wieder auch von Momenten gekennzeichnet, in denen antisemitische Stereo­type in Umlauf gebracht und ignoriert wurden oder die Szene tief spalteten. Momente, in denen linkspolitische Anliegen hin­ter ihre eigenen emanzipatorischen Ansprüche zurückfallen, Widersprüche in Theorie und Praxis sind Gegenstand dieser Ausstellung.
Die Ausstellung blickt auf den Häuser­kampf der frühen Siebziger, die geplante Aufführung des Fassbinder ­Stücks »Der Müll, die Stadt und der Tod« und die jüngsten Blockupy ­Proteste. 1968 bildet den Ausgangspunkt, weil in diesem Jahr die Stimmung zu kippen scheint: Eine vor­mals eher israelsolidarische Haltung der Linken mündete in den Antizionismus.

Dabei folgt die Ausstellung unterschiedlichen Räumen, in denen linkspolitische Kritik geübt wurde: an der Trinkhalle, an der Universität, im Supermarkt, in der Wohnung, auf der Bühne und auf der Straße zeichnet sie die Traditionslinien anti­semitischer Argumentationsformen nach.

Wiesbaden war und ist dabei immer wieder Austragungsort solcher Auseinandersetzungen: zwei Schlaglichter hierfür sind die Besetzung der Ringkirche mit dem Hissen einer Palästina Fahne am Kirchturm im Jahr 1991 und die Absage des Stadtjugendrings von einer geplanten Begegnung mit israelischen Jugendlichen im Jahr 1982 aus vermeintlicher Solidarität mit dem Libanon. Und auch heute noch kann ein Israel-Button in linken Kulturräumen zu handfesten Auseinandersetzungen führen.

Die Ausstellung und ihr Begleitprogramm laden dazu ein, zu ergründen, wann das Gutgemeinte das Gegenteil von gut ist.

Spiegelbild möchte mit diesen Veranstaltungen gemeinsam mit Wiesbadener Institutionen, Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen, die sich für historische und politische Bildung einsetzen, auf Antisemitismus aufmerksam machen. Antisemitismus ist aus unserer Gesellschaft nie verschwunden, er verändert regelmäßig seine Erscheinungsformen. Diese gilt es aufzudecken und zu bekämpfen – dazu möchten wir einen Beitrag leisten.

Flyer zu Ausstellung und Begleitprogramm (PDF)

Die Veranstaltung wird gefördert von „Demokratie leben“.