Anlaufstelle Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Die Jugend- und Bildungsinitiative Spiegelbild hat wiederholt gezeigt, dass ihre fachlich fundierte Bildungsarbeit erfolgreich ist. Sie ist damit ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur in der Landeshauptstadt Wiesbaden. Wir übernehmen Verantwortung für Kernthemen unserer Gesellschaft.

Nun ist Spiegelbild, zunächst als Modellprojekt für zwölf Monate, offizielle „Anlaufstelle Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ für die Landeshauptstadt Wiesbaden. Diese Funktion sehen wir als eine tragende Säule unserer Arbeit, damit die demokratiefördernde Bildung von Spiegelbild breiter in die Stadtgesellschaft wirken kann.

Organisationen und Institutionen beraten, unterstützen und begleiten

Konkret haben wir die Erfahrung gemacht, dass Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und sämtliche anderen „Menschen, die mit Menschen arbeiten“ Unterstützung und ein Beratungsangebot brauchen, um alltäglicher Diskriminierung entgegenwirken zu können. Das Erkennen der Herausforderungen der alltäglichen Diskriminierung in einem Arbeitsalltag, an dem es an Herausforderungen meist nicht mangelt, ist nicht einfach.

Die bei Spiegelbild angesiedelte „Anlaufstelle Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ stellt in diesem Kontext grundsätzlich mehr Wissen über Antisemitismus, Rassismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen zur Verfügung. Wir bieten an Behörden, Organisationen und Schulen zu diesen Themenbereichen in Wiesbaden zu beraten und zu unterstützen. Dabei sind wir ansprechbar bei Fragen und können Organisationen und Institutionen, die anstreben Diskriminierung nachhaltig und/oder präventiv entgegenzuwirken, in ihrem Prozess begleiten. Neben der Prävention sind wir auch ansprechbar, wenn es für eine Organisation, eine Schule oder eine Behörde heißt, auf einen aktuellen Fall von Antisemitismus oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu reagieren.

Fortbildungen und Workshops

In diesem Rahmen bieten wir auch Fortbildungen an. Hierbei können wir auf eine Reihe von  Fortbildungskonzepten zurückgreifen. Diese haben wir selbst in den vergangenen Jahren anhand fachlicher Standards entwickelt und halten sie ständig auf dem aktuellen Stand. Die Fortbildungen bieten die Möglichkeit, sie individuell auf die Fragestellungen der jeweiligen Organisation anzupassen. Ergänzend können auch neue Fortbildungen entwickelt werden, um individuell auf die jeweilige Organisation oder Institution einzugehen oder bis lang noch nicht erreichte Bereiche, in denen „Menschen mit Menschen arbeiten“ zu adressieren. Ein Beispiel dieses Vorgehens findet im Herbst 2019 mit evangelischen Kindertagesstätten statt. Hier wird exemplarisch eine Fortbildung zur Reaktion auf Alltagsrassismus in Kitas gemeinsam mit Leitungskräften gestaltet.

Für Schulen und Jugendgruppen bietet Spiegelbild weiterhin Spurensuchen durch Wiesbaden, die Projekte X-Dream, Reisepeers, mail@more und Love Speech an. Neben den schon bestehenden Workshops zu Antisemitismus, Rassismus und Sexismus wird zukünftig ein Workshop zu „(Neuen) Rechten Gefahren“ entwickelt, um auch dieser aktuellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Dieser Workshop kann auch als Fortbildung für Erwachsene konzipiert werden.

Information und Vernetzung

Die „Anlaufstelle Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ vernetzt Menschen und Organisationen. Beispielsweise können wir Betroffene von Diskriminierung an Beratungsangebote weiter leiten. Verschiedene Veranstaltung sensibilisieren für die Themen der Anlaufstelle in der Stadtgesellschaft. In Planung ist zudem, über die oben genannten Themen mittels Social Media Kanälen von Spiegelbild zu informieren. Unser Anspruch ist dabei die Informationen leichter zugänglich und barrierefreier zu gestalten.