Haltung zur Bildung

Spiegelbild wurde 2007 als Jugendinitiative des Aktiven Museums gegründet, um den veränderten Bedingungen der Geschichtsbetrachtung nachzukommen. Die nachfolgenden Generationen brauchen Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Gedenkens und Erinnerns. Spiegelbild ist Werkstatt und Dienstleister dieser Erinnerungskultur, die ganz bewusst Migration und Bedingungen der Einwanderungsgesellschaft mit einschließt.

Durch die ständigen Angebote und größeren Projekte bauen die Mitarbeitenden Brücken zwischen der Lebenswelt der Jugendlichen und der Geschichte. Dabei erheben wir nicht den Zeigefinger und geben die Richtung vor, sondern bieten den Dialog zu allen Bevölkerungsgruppen an und begleiten Jugendliche in der kritischen Auseinandersetzung.

Die langjährigen Erfahrungen des Aktiven Museums in der Vermittlung deutsch-jüdischer Geschichte sind in die Entwicklung des Konzeptes von Spiegelbild eingeflossen. War es zunächst das Ziel der Jugendinitiative eine selbstbestimmte Auseinandersetzung mit deutsch-jüdischer Geschichte zu ermöglichen, hat sich das Themenspektrum aufgrund des konsequenten Konzeptes der Lebensweltorientierung erweitert. Die Vermittlung von jüdischer Kultur und deutsch‐jüdischer Geschichte kann nur so weit unser Vorsatz sein, wie wir ihre Bedeutung für das heutige Zusammenleben verdeutlichen können. Aus der Geschichte lernen heißt für uns, Begegnung aktiv zu gestalten. Das gilt für die Begegnung von (jungen wie älteren) Menschen miteinander, ebenso wie für die Begegnung mit der (deutsch‐jüdischen) Geschichte.

Wir möchten durch unsere Angebote jungen Menschen und Multiplikator_innen Räume und Begleitung anbieten, sich mit der Geschichte und deren Bedeutung für „mich im heute”, auf eine neue Art und Weise auseinanderzusetzen. Unsere Projekte, sind darauf ausgelegt, dass junge Menschen und auch erwachsene Multiplikator_innen eine Haltung zu historischen wie politischen Themen einnehmen können. Dabei steht das eigene Handeln in Betrachtung der historischen oder politischen Ereignisse im Mittelpunkt. Durch aktive und kreative Methoden erreichen wir, dass sich die Teilnehmenden zu den Themen, mit denen sie sich beschäftigen möchten, selbst in Bezug setzen und dabei eigene Möglichkeiten sehen, in komplexen Zusammenhängen Entscheidungen zu treffen.

Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag zur individuellen Weiterentwicklung unserer Teilnehmenden als mündige Menschen und einen gesellschaftlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Demokratie.

Nach unserem Selbstverständnis begleiten wir Menschen in einem Bildungsprozess. Die Ziele für diesen Prozess formulieren wir gemeinsam mit unseren Partnern und mit den Teilnehmenden selbst. Die Methoden orientieren sich an der Zielgruppe und beinhalten immer das selbstgesteuerte Tätigwerden aller Teilnehmenden.