Mit dem Projekt „Speak up! – Männer zeigen Mut zu Fairness in Meetings“ entwickelten Spiegelbild e. V. und Pioneers of Change e. V. im Rahmen einer Erasmus+-Förderung einen geschlechtertransformativen Bildungsansatz, der Männer darin stärkt, Verantwortung für den Abbau geschlechtsspezifischer Ungleichheiten im beruflichen Alltag zu übernehmen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Geschlechtergerechtigkeit nicht allein durch Gesetze oder Gleichstellungsmaßnahmen entsteht, sondern im täglichen Miteinander – insbesondere in Meetings und Entscheidungsprozessen – hergestellt oder verhindert wird.
Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern und ihrer Bedeutung für Kommunikation, Zusammenarbeit und Teilhabe. Die Teilnehmenden reflektierten, wie Geschlechterrollen und hegemoniale Männlichkeit Ungleichheitsdynamiken in Organisationen begünstigen und entwickelten konkrete Handlungsmöglichkeiten, um diskriminierende Kommunikationsmuster wahrzunehmen und ihnen konstruktiv entgegenzutreten.
Kern des Projekts war ein Online-Kurs mit sechs Modulen, in dem Männer zu gendertransformativen Hosts qualifiziert wurden. Auf Grundlage des Art of Hosting, des Bystander-Ansatzes und aktueller Erkenntnisse der Geschlechterforschung wurden sie darin gestärkt, Verantwortung für eine faire und gleichberechtigte Meetingkultur zu übernehmen. Begleitende Praxisgruppen unterstützten den Transfer in den beruflichen Alltag.
Die Erfahrungen des Pilotprojekts zeigen, dass Veränderungen dort beginnen, wo Menschen ihre eigene Rolle reflektieren und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Speak up! zeigt, wie geschlechtertransformative Männerarbeit Männer als Mitgestalter von Geschlechtergerechtigkeit gewinnen kann – durch Reflexion, Ermutigung und konkrete Handlungskompetenz. Leitlinien, Erkenntnisse und Stimmen aus dem Projekt wurden auf der Projektwebsite veröffentlicht und stehen Fachkräften und Interessierten dauerhaft zur Verfügung.
Speak Up! Stories:
Mohamed, Paul und Markus berichten über die Wirkung von Speak Up! und ihre persönlichen Erfahrungen: