FORTBILDUNGEN ZU ANTISEMITISMUS

Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte aller weiterführenden Schulen in Wiesbaden

Antisemitismus, Autoritarismus und Schule

21.10.2026 | 09.00 – 15.30 Uhr | Ort: Bärenstraße 8, 65183 Wiesbaden

Antisemitismus ist mehr als ein Vorurteil. Er ist eine historisch gewachsene Ideologie, die bis heute in allen Bereichen der Gesellschaft wirksam ist und aus der immer wieder auch ein autoritäres Begehren erwächst. Gerade in Krisenzeiten bietet Antisemitismus scheinbar einfache Erklärungen, klare Schuldige und ein geschlossenes Weltbild.
Die Fortbildung richtet sich an Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte aller weiterführenden Schulformen. Im Mittelpunkt stehen eine Einordnung des Phänomens und die Frage inwiefern wir selbst damit verwoben sind. Dazu Thematisieren wir die Fragen: Woher kommt Antisemitismus historisch? Warum bleibt er so wirkmächtig? Welche Rolle spielt er in autoritären Bewegungen? Und was hat all das mit Schule zu tun.
Ein besonderer Fokus liegt auf autoritären Verschiebungen und dem Wunsch nach Eindeutigkeit, Ordnung und Schuldzuweisung. Gemeinsam fragen wir, wie Schule autoritäre Einstellungen unbeabsichtigt verstärkt – etwa durch Beschämung, Anpassungsdruck oder starre Autoritätsverhältnisse – und wie sie zugleich Räume eröffnen kann, in denen Widerspruchstoleranz, Selbstreflexion, Mut zum Zweifeln und demokratische Erfahrung gestärkt werden.
Ziel der Fortbildung ist es, Antisemitismus sicherer zu erkennen, historisch und gesellschaftlich einzuordnen und pädagogische Handlungsmöglichkeiten für den schulischen Alltag zu entwickeln.

Rechtssicherheit in der Praxis: wie neutral darf Antisemitismuskritische Bildung sein?

24.11.2026 | 09.00 – 15.30 Uhr | Ort: Bärenstraße 8, 65183 Wiesbaden

Wie dürfen und wie müssen Lehrkräfte reagieren, wenn sie mit antisemitischen Positionen konfrontiert werden? Wie ‚neutral‘ dürfen, können oder müssen sie in ihrer Arbeit sein? Die Fortbildung beleuchtet zentrale rechtliche Aspekte zum Umgang mit Antisemitismus im pädagogischen Raum – mit besonderem Blick auf das häufig missverstandene Spannungsfeld zwischen Verfassungstreuepflicht und der angeblichen Neutralitätspflicht. Denn sowohl bei Beamt*innen als auch bei nicht-verbeamteten Pädagog*innen besteht zunehmend Unklarheit darüber, ob und wie die eigenen Positionen eingebracht werden dürfen. Diese Unsicherheit wird gezielt forciert: durch rechtsextreme Akteure, die versuchen, Bildungsinstitutionen etwa durch Desinformationskampagnen und Meldeportale unter Druck zu setzen. Die Fortbildung soll dagegen aufzeigen, dass demokratische und antisemitismuskritische Bildungsarbeit keinen Neutralitätsverstoß darstellt, sondern – im Gegenteil – sogar verfassungsrechtlich geboten ist. Sie schafft Klarheit über juristische Grundlagen und gibt pädagogischen Fachkräften Orientierung und Sicherheit für ihren Arbeitsalltag.

Anmeldung zu den Fortbildungen

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