Achtung in Aus- und Bildung

Die Übergangsphase von Schule in Ausbildung und Beruf ist für viele junge Menschen mit großen Herausforderungen verbunden. Sie verlangt Orientierung, emotionale Stabilität und soziale Kompetenzen – Fähigkeiten, die nicht selbstverständlich vorhanden sind, sondern entwickelt und begleitet werden müssen.

Gleichzeitig wachsen junge Menschen in einer Zeit multipler Krisen auf: Klimakrise, Kriege, soziale Ungleichheit, Inflation, digitale Überforderung und gesellschaftliche Polarisierung prägen ihre Lebensrealitäten. Diese Entwicklungen erzeugen Unsicherheiten, Ängste und Druck. Ungleichwertigkeitsideologien wie Rassismus, Antisemitismus, Klassismus oder Sexismus bieten in dieser Situation scheinbar einfache Erklärungen und klare Feindbilder. Gerade in Lebensphasen, in denen die Suche nach Zugehörigkeit und Orientierung besonders stark ist, kann daraus ein hoher Positionierungsdruck entstehen.

Das Projekt „Achtung in Aus- und Bildung“ setzt hier an. Es bietet ein bedarfsorientiertes, modulares Fortbildungsprogramm für Fachkräfte im Übergangsbereich in Hessen. Im Zentrum steht die Vermittlung diskriminierungskritischer Grundlagen: Was ist Diskriminierung? Wie wirkt sie im Bildungskontext? Und welche Rolle spielen gesellschaftliche Machtverhältnisse dabei?

Aufbauend auf diesen Grundlagen werden thematische Vertiefungen angeboten, unter anderem zu Antisemitismus, Rassismus und Klassismus. Dabei werden aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen ebenso einbezogen wie die konkreten Erfahrungen junger Menschen in Schule, Ausbildung, Berufsvorbereitung und Sozialer Arbeit.

Ein besonderer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzbarkeit. In Methodenworkshops, Praxisformaten und begleiteten Reflexionsräumen können Fachkräfte eigene Fallbeispiele einbringen, Perspektiven wechseln und ihre Handlungsspielräume erweitern. Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, Lern- und Begegnungsräume zu gestalten, in denen Vielfalt wertgeschätzt und Diskriminierung klar benannt wird.

So stärkt das Projekt die Handlungssicherheit im Umgang mit menschenfeindlichen Einstellungen und versteht den Übergangsbereich zugleich als wichtigen Ort politischer Bildung.

Projektinformationen

Laufzeit: Januar 2024 bis Juni 2028
Verantwortlich: Benny Momper
Förderung: Im Auftrag der Abteilung Schulsozialarbeit im Amt für Soziale Arbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden, gefördert durch das Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Kooperationspartner: Abteilung Schulsozialarbeit im Amt für Soziale Arbeit Wiesbaden