VERSCHOBEN Donnerstag, 19.03.2020
Kreativfabrik Wiesbaden

Vortrag von Patsy l’Amour laLove: Befremdliche Bündnisse

Queer zwischen Identitätskritik und identitärem Aktivismus

Als Vorsichtsmaßnahme aus Rücksicht auf vulnerable Personen haben wir uns angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus entschlossen, die Veranstaltung zu verschieben.

Während viele politisch Aktive „Queer“ als Kampfbegriff nicht aufgeben wollen, suchen andere queere Aktivist*innen die Zusammenarbeit mit autoritären, antisemitischen und islamistischen Gruppierungen. Im Vortrag werden einige Beispiele solch befremdlicher Bündnisse in deren Zusammenspiel mit einer spezifischen Form von Identitätspolitik dargestellt. Wie passt eine Kritik der Heteronormativität zu antizionistischen Anti-Pinkwashing-Kampagnen und pseudolinken Bündnissen, die sich – vermeintlich kultursensibel – gegen das Anprangern von homosexuellenfeindlicher Gewalt stellen?
Zudem wird das merkwürdige queere Verhältnis zu anderen Kulturen befragt: die Ablehnung jeder „kulturellen Aneignung“ und Exotisierung auf der einen Seite trifft auf eine folkloristische Faszination für das Fremde.
Im Vortrag wird auf die Kritik an identitärem Aktivismus ebenso eingegangen wie auf eine queere Identitätskritik und die Möglichkeit einer kritischen Identitätspolitik.

Dr. Patsy l’Amour laLove, Polittunte und Geschlechterforscherin aus Berlin, promovierte zu „Schwule Emanzipation und ihre Konflikte“ (2019), und ist Herausgeberin von „Selbsthass & Emanzipation“ (2016), „Beißreflexe“ (2017) und „Psychoanalyse und männliche Homosexualität“ (2019).