VERSCHOBEN Donnerstag, 30.04.2020
Kreativfabrik Wiesbaden

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Wolfgang Ullrich: Der Holocaust als Kunstobjekt?

Instrumentalisiertes Erinnern und antisemitische Motive beim „Zentrum für politische Schönheit“

Das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat Ende 2019 mit der Aktion “Sucht nach uns” für einen medialen Aufruhr gesorgt. Die Veranstaltung beleuchtet den instrumentalisierten Umgang des ZPS mit der Shoa auf Kosten ermordeter Jüdinnen und Juden. Weiterhin wird der Frage nachgegangen, welche antisemitischen Motive bei den Nachfahren der Täter in ihrer Auseinandersetzung mit dem NS zum Tragen kommen.
Das ZPS inszeniert sich als links. Zwar sind die ‚typischen‘ Motive eines linken Antisemitismus dort nicht anzutreffen, dafür finden sich eher Topoi, die von einem rechten Antisemitismus vertreten werden – etwa die Abrechnung des ZPS-Gründers Philipp Ruch mit Freud und der Psychoanalyse. Treffen hier vermeintlich linke mit versteckt rechten Motiven zusammen?
Doch nicht erst durch die jüngsten Ereignisse werden die Aktionsformen des ZPS kritikwürdig: Auch ihre früheren Aktionen sind mit Blick auf die Ästhetisierung von Protest und das zugrundeliegende Schönheitsverständnis zu problematisieren.

Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker und Medientheoretiker, hat sich u.a. kritisch mit der ‚Wiederkehr der Schönheit‘ beim ZPS und der Identitären Bewegung auseinandergesetzt.

Kritische Intervention & Spiegelbild

Flyer zu Ausstellung und Begleitprogramm (PDF)