Aktives Museum Spiegelgasse

Aktives Museum Spiegelgasse für deutsch-jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V.

Das Aktive Museum ist ein Ort des lebendigen Erinnerns. Der Verein bietet durch regelmäßige Angebote und gezielte Veranstaltungen Raum zur Begegnung und Auseinandersetzung mit deutsch-jüdischer Geschichte.

Trotz seines Namens ist das Aktive Museum Spiegelgasse kein Museum im traditionellen Sinne, erst recht kein „Jüdisches Museum“. Es ist vielmehr eine Einrichtung des Sammelns und Bewahrens, der Forschung und Dokumentation, der Präsentation und Vermittlung.

Das Aktive Museum Spiegelgasse hat sich in seiner Arbeit vier Schwerpunkte gesetzt:

  • Erinnerungsarbeit, Zeitzeugnisse, Kontakte zu Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen
  • Erforschung und Dokumentation der lokalen und regionalen deutsch-jüdischen Geschichte
  • Begegnung mit jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, um die Kenntnis und Vertrautheit mit jüdischem Leben und jüdischer Kultur zu fördern sowie Fremdheit zu überwinden
  • besondere Angebote an junge Menschen, um ihnen eine Brücke zum aktiven Gedenken zu bauen, damit sie sich in ihrer Lebenswelt selbstbestimmt mit Erinnerungskultur auseinandersetzen können.

Das Aktive Museum hat im Jahr 2007 die Jugendinitiative Spiegelbild unter seinem Dach gegründet, um den vierten Schwerpunkt seiner Arbeit adäquat umsetzen zu können und junge Menschen verschiedener Herkunft mit professionellen Bildungsangeboten zur deutsch-jüdischen Geschichte und zum Nationalsozialismus ansprechen zu können.

Die weiteren drei Schwerpunkte werden in der Regel von Ehrenamtlichen durch ihren Einsatz in folgenden Arbeitsgruppen bzw. Angeboten des Aktiven Museums umgesetzt:

  • Erinnerungsarbeit auf der Grundlage von Erforschung und Dokumentation jüdischer Biographien mit den Projekten „Erinnerungsblätter“, „Stolpersteine“ und „Spurensuche“ sowie der Durchführung und Unterstützung von Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern Wiesbadens oder mit deren Nachkommen.
  • Zeitzeugnisse und pädagogische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerfortbildungen zu Themengebieten des Aktiven Museums Spiegelgasse.
  • Veranstaltungen: Vorträge, Ausstellungen , Workshops, Dialogtage, Jüdisches Lehrhaus (jeweils am 1. Sonntag im November), Konzerte. Sie alle dienen dem Ziel, das Wissen über deutsch-jüdische Geschichte und jüdische Kultur zu erweitern.
  • Betreuung und Entwicklung einer Bibliothek mit derzeit ca. 6.000 Bänden. Außerdem besitzt das Aktive Museum Spiegelgasse die Bibliothek (ca. 1.200 Bände) des letzten liberalen Rabbiners Paul Lazarus (1918−1938), die im Hessischen Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden, untergebracht ist. Zusätzlich besteht eine umfangreiche Sammlung von Bild-, Ton- und Filmdokumenten.
  • Die Spiegelgasse 11 dient dem Aktiven Museum Spiegelgasse als Ausstellungsgebäude. Bis zu vier Wechselausstellungen bietet das Aktive Museum Spiegelgasse jährlich an. Daneben existiert im Rathaus der Landeshauptstadt Wiesbaden ein vom Aktiven Museum Spiegelgasse betreuter Gedenkraum.

Im Jahr 2010 hat das Aktive Museum die Paul Lazarus Stiftung ins Leben gerufen. Ihre vornehmliche Aufgabe ist es zunächst, die zahlreichen Zeugnisse deutsch-jüdischer Geschichte, die über 25 Jahre im Aktiven Museum gesammelt wurden, zu restaurieren und ihren Erhalt zu sichern. Vor allem aber widmet sich die Stiftung der Auswertung dieser Sammlung. So wird mit der Zeit und in einem aufwendigen Prozess ein professionell geführtes Archiv entstehen.

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