Ge(h) denken – Task Force Migration

Das XENOS Projekt in Wiesbaden

Spiegelbild beteiligt sich mit dem Projekt „Task Force Migration“ am Xenos Projektverbund VerQUICKT. Bei unserem Teilprojekt stehen die Themen Migration, insbesondere Arbeitsmigration, „Gastarbeiteranwerbung“ und Migrationsgeschichte im Mittelpunkt.

Wir möchten einen neuen Impuls in der Bildungsarbeit zum Kontext Migration setzen. Durch den Anspruch subjektorientierter politisch-historischer Bildungsarbeit in der Einwanderungsgesellschaft, verfolgt Spiegelbild einen pädagogischen Ansatz, in dem es möglich ist, sich fragend, forschend und kritisch mit Gesellschaft in Verbindung mit dem Thema Migration und mit der eigenen Person in diesem gesellschaftlichen Rahmen auseinander zu setzen.

Durch aktuelle Studien zu den Themen Migration und Diskriminierung wird deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit diesen Themen für Jugendliche ist um sich als gestaltenden Teil der Gesellschaft wahrnehmen zu können. Jugendliche mit und ohne den berühmten Hintergrund werden oft als Teil des Problems und/oder Opfer der Umstände dargestellt. Gelingt es ihre Lebenswirklichkeit in der Bildungsarbeit darzustellen, sie als Akteure ernst zunehmen steigert dies nicht nur die Anerkennung der eigenen Person, es stärkt auch die Kompetenzen für den weiteren Lebens- und Berufsweg. Dieser Erkenntnis Rechnung tragend hat Spiegelbild die „Task Force Migration“ ins Leben gerufen.
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Innerhalb des letzten Schuljahres haben wir mit einer Gruppe Jugendlicher der Heinrich von Kleistschule Methoden und die inhaltliche Ausgestaltung der Task Force entwickelt und erprobt. Aus diesen Erfahrungen heraus wurde schnell deutlich, dass es um vielfältigen Stigmatisierungen zu entgehen nötig ist, einen schulübergreifenden Kurs zu etablieren. Blieben wir an nur einer Schule mit einer konkreten Gruppe, könnten wir nicht verdeutlichen, dass das Thema Migration ein wesentliches gesellschaftliches Thema für die gesamte Stadtgesellschaft ist. Jugendliche haben durch eine neue Gruppenzusammensetzung mit Schüler_innen aus verschiedenen Schulen die Möglichkeit andere Lebenswirklichkeiten und -entwürfe kennen zu lernen, ihren Erfahrungshorizont zu erweitern und als neue zusammengehörige Gruppe gemeinsam öffentlichkeitswirksame Projekte in Wiesbaden zu initiieren. Die Task Force Migration kann inhaltlich gestaltend eingreifen und ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen, womit ein Weg geebnet wird, das Ziel, sich selbst als einen gestaltenden Teil von „Gesellschaft“ sichtbar zu machen, zu erreichen.
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Der thematische Fokus auf die Gastarbeiteranwerbezeit nach dem zweiten Weltkrieg dient uns als Medium. Hiervon ausgehend, können die Querschnittsthemen wie Demokratie, Gesellschaft, Diskriminierung, Integration, …, angestoßen werden.

Nach einem inhaltlichen Start des Projektes werden sich Jugendliche, je nach ihren Interessensschwerpunkten, forschend mit ihrem Thema in Wiesbaden auseinandersetzen, sie werden Experten zu ihrem selbstgewählten Thema und tragen ihre Ergebnisse zurück an die Schule und ins öffentliche Leben der Landeshauptstadt Wiesbaden. Als Beispiele für die Arbeit der Task Force könnte das Stadtparlament in Bezug auf die Einbeziehung von Menschen mit Migrationshintergrund hin untersucht werden. Es könnten ausschließende und diskriminierende Rahmenbedingungen in Schule, Verwaltung und bei der Arbeit aufgedeckt und öffentlich thematisiert werden. Es könnten Migrationsgeschichte(n) dargestellt werden, um deutlich zu machen, dass es immer mehrere Perspektiven auf das Thema gibt. Die Ergebnisse werden immer an den Ort der Forschung zurückgegeben. Das heißt die Schüler_innen bringen ihre Erkenntnisse und ihre Ergebnisse zurück an die Schule und machen sie einer größeren Öffentlichkeit zugänglich. Der öffentliche Verstärker verschafft allen Jugendlichen und ihren Schulen, genauso wie dem Thema und seiner Vielfältigkeit Anerkennung und einen Raum zur Auseinandersetzung.

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